Von der Geduld

Andachten
Andachten Holger Reich

Du aber, o Mensch Gottes, fliehe diese Dinge, jage aber nach Gerechtigkeit, Gottesfurcht, Glauben, Liebe, Geduld, Sanftmut!

1.Timotheus 6,11


Paulus ermahnt hier einen seiner Leiter, sich nicht dem Zeitgeist hinzugeben, sondern Eigenschaften nachzujagen, die ihm und den Seinen gut tun werden. Doch was für einen Leiter gilt, dürfen wir hier ganz sicher auch für uns persönlich annehmen.

Schaut man heute in die Zeitung – oder gar in die Onlienmedien – dann findet man wenig von den oben genannten Eigenschaften. Leidenschaftlich und unbarmherzig werden hier Meinungen vetreten ohne Rücksicht auf das Gegenüber. “Alle anderen sind falsch, nur ICH bin richtig” scheint hier schon Standard zu sein. Hüten wir uns davor allzu rechthaberisch zu sein. Es geht darum Menschen zu gewinnen und nicht Diskussionen.

Die Bibel kennt hier zwei Begriffe, die gerne mit Geduld wiedergegeben werden und doch sich etwas unterscheiden. Makrothymia und Hypomonä sind die griechischen Begriffe, die sich in diesem Themenumfeld definieren lassen.

Geduld = Geduld ist eine Eigenschaft, wie sie fast ausschließlich im biblischen Sprachgebrauch genutzt wurde. Geduld ist eine christliche Eigenschaft, die eng mit dem Charakter eines Menschen verwoben sien muß. Es lohnt sich, ihr nachzueifern.

Geduld erweist sich überwiegend im Umgang mit den Mitmenschen. Für einen Leiter ist sie sogar unerläßlich. Geduld ist sogar eine Frucht des Geistes (Gal.5,22), d.h. der Geist Gotts wird und muß diese in mir und dir hervorbringen.

Doch warum ist diese Eigenschaft so wichtig? Predigen die “Erfolgsmenschen” und nicht, daß wir ungeduldig sein sollen? In so manchem Workshop (auch unter Christen?) wird diese Eigenschaft als Erstrebenswert angesehen. So soll es laut Bibel aber eben NICHT sein.

Geduld tut euch Not, liebe Brüder. In den letzten Tagen mehr denn je. Gerne spricht man von Toleranz, doch Geduld ist weit mehr. Ertragen wir den Nachbarn in der Gemeinde, wie auf der Arbeit, weil Gott selbst dies ebenfalls tut. Geduld ist ein Wesenszug Gottes (Rö.2,4 und 9,22). Darum ist es das edelste, was wir tun können: Dem Wesen Gottes nacheifern und Seine Frucht zu suchen.

Nachtrag

Hypomone = Langmut/Geduld = ὑπομονή = Hypomone bezeichnet das unfreiwillige Erleiden von Mühen, Schmerzen, Plagen und Trübsal. Die Prüfung des Glaubens bewirkt Langmut (Jak.1,3). Wir stecken nicht den Kopf in den Sand, sondern schauen zuversichtlich nach oben.

Makrothymia = Geduld = μακροθυμία = Die göttliche Geduld, sie gibt nie auf

 


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1.Timotheus 6