Inspiration der Bibel? Teil 1

Foto: Holger Reich, Wupperfotografie

Immer wieder wird bibelgläubigen Christen vorgeworfen, die Bibel sei doch (nur) von Menschen geschrieben und damit auch nur ein Produkt der menschlichen Phantasie. Ausgedachte Geschichten aus dem Beduinenzelte, 1000 und eine Nacht oder halt eben Geschichten.

Wer dies nicht nur als Abwehrargument oder Rückfragemöglichkeit betrachten will, der muß sich schon gründlicher mit dem Buch der Bücher beschäftigen. Leicht könnte man mit Zahlen und wissenschaftlichen Belegen schnell mundtot machen – doch darum geht es hier nicht.

Hier geht es darum, den Geist der Bibel und damit ihrem Urheber zu entdecken und nicht allein ums “Recht haben”.

Unfehlbarkeit des Textes

Schon alleine der Ruf nach Unfehlbarkeit ist in sich selbst ein Trugschluß und führt nur allzu leicht in die Irre. Wie bei jeder Kommunikation können wir auch bei der Nieerschrift der Bibel das Prinzip “Sender – Übertragungsweg – Empfänger” als gegeben voraussetzen. Dieses Prinzip kennen wir in allen Lebensbereichen, in denen es um Kommunikation geht. Fehlersuche orientiert sich immer an diesen drei Beteiligten Modulen. Hat der Empfänger eine Botschaft erhalten und diese wird mißverstanden, dann suchen die Techniker den Übertragungsweg von der Quelle bis zum Ende ab, um Fehlermöglichkeiten zu identifizieren. das klingt jetzt sehr technisch, kann aber auch auf andere Bereiche der Kommunikation problemlos übertragen werden. Dann ist es nur eine Frage der Werkzeuge, im Ergebnis bleibt aber alles gleich.

Die Funktionsweise der Niederschrift

Geht es um das grundsätzliche Verständnis der Niederschrift der Bibel, dann müssen wir uns mit so einigen Fakten beschäftigen, die dieses unglaubliche Buch flankieren und uns zu denken geben. Eine der irrigen Annahme ist, daß sich Gott selbst hingesetzt hätte und den Stift geführt hätte, um uns etwas zu sagen. Die Vorstellung ist doch recht naiv. lassen wir auch an dieser Stelle die über 670 Bibelübersetzungen – alleine in der deutschen Sprache gibt es 35 Übersetzungsversuche – (Stand März 2018) außer acht und konzentrieren und auf die ursprünglichsten Texte, dann ist di eFülle an Grundtexten und Fragmenten überwältigend. Die Vielzahl der Texte und und Textteile ist überwältigend, doch auch die texttreue der einzenen Lesarten über überaus genau.

Fakten zur Bibel

Insgesamt können wir über den Zeitraum von etwa 1.500 bis 1.800 Jahren etwa 40 Autoren identifizieren, die zum Teil sogar historische Berühmheit erlangt haben. Vom einfachen Hirten über einen Arzt bis hin zu Königen und Propheten reicht das Spektrum der Schreiber. Gottes Wort und Willen zu verbreiten ist keine Frage der Bildung – diese muß nicht hinderlich sein, ist aber kein Garant für ihren Nutzen in dieser Sache.

Heute gliedert sich die Bibel in 2 große Abschnitte. das sog,. Alte und das Neue Testament. Warum es zu genau dieser Gliederung kam wollen wir in einem anderen Beitrag untersuchen. Viel wichtiger für ein rechtes Verständnis ist die Tatsache, daß im Alten Testament (dem Alten Bund) die Menschheitsgeschichte und nicht zuletzt die Geschichte des Volkes Israel verzeichnet ist. Zahllose verweise zeigen auf den EINEN Erlöser – genannt der “Messias” – auf den Israel (un die Welt) warten soll. ER wird sich aller Nöte und Probleme annehmen und die Seinen erlösen.

Im Neuen Testament wir dieser Erlöser erkennbar in der Person Jesu Christi von Nazareth. Ihn haben die Christen als den Erlöser erkannt und angenommen. Diese Erlösung gilt and galt für Israel UND den ganzen Rest der Menschheit. Die Jahre des Wirkens Jesu und die ersten Jahre der Kirchen/Gemeindegeschichte der Christenheit finden wir im Neunen Testament (Neuen Bund) verschriftet. Besonders brisant ist der Umstand, daß die unterschiedlichen Quellen hier ohne große Absprachemöglichleiten einen gemeinsamen “Geist” widerspiegeln und sich gleichzeitig immer wieder auf Aussagen des Alten Bundes stützen. Ohne Alten Bund gäbe es keinen Neuen Bund.

Inspiration innerhalb der Bibel

Betrachten wir doch einmal einige Angaben, wie die Bibel selbst die Inspiration (frei übersetzt “Geist-einhauchung) wiedergibt. Lesen wir einmal die ersten Kapitel der Bibel. Hier beginnt alles mit dem Schöpfungsakt von Himmeln (ja, Plural) und Erde (Singular). Gottes Gespräch wird notiert und die daraus folge Schöpfung in überraschend genauer Folge niedergeschrieben. Wie konnte dies geschenen? Ganz sicher war Mode nicht dabei. Auch ist nicht gesichert, daß Mosus selbst es war, der die ersten Zeilen ursprünglich niederschrieb – auch wenn es so sein könnte. Im Hebräischen ist der name des ersten Buches Mose (1.Mose) auch nicht dem Urheber nach benannt, sondern den ersten Worte des Buches Bereschith (d.h. Im Anfang). Alleine diese Texte verweisen schon auf eine Form von Überlieferung und spätere Niederschrift hin. nehmen wir die Texte so, wie sie dort stehen, dann haben die allerersten Menschen noch sehr, sehr lange gelebt und konnten die Menschheit lange begleiten und berichten, was ihnen geschehen ist. So, wie es Gro0eltern heute auch noch tun, so werden wichtige Ereignisse den Folgegenerationen überliefert und schaffen so ein Stück Identität. EIN Modul in der Inspiration ist also die Überlieferung.

Ähnlich sind auch Teile des Neuen Testamentes zu lesen. Sehr herausragend ist da das Evangelium des Lukas zu verstehen. Von ihm wissen wir, daß er ein Arzt war und er genau recherchieren wollte, wie sich die Dinge zugetragen hätten. Interviews und Reisen gehörten zu seinem Handwerk und als Ergebnis haben wir heute das Lukas-Evangelium vorliegen. Darüber hinaus zählen wir auch noch die sogenannte Apostelgeschichte zu seinem Werk, was uns ein hervorragendes verständnis der Entwicklung der ersten Gemeinden vermittelt. Nüchtern und detailverliebt werden Vorgänge und Entsicklungen beschrieben ohne hier zu beschönigen.

Eine gewisse Sonderstellung könnenw ir bei der sogenannten Offenbarung des Johannes erkennen. Mit dieser außergewöhnlichen Art der Inspiration müßten wir uns intensiver beschäftigen – was aber diese Reihe deutlich sprengen würde. Doch das Lesen der ersten kapitel zeigt uns, wie Gott auch direkt und nachvollziehbar (begrenzt!) auf einen Menschen eingewirkt hat, um hier Dinge zu offenbaren, die der Inspirierte wohl zum großen teil selbst nicht verstand. Und auch heute noch ist vieles gesfhreiben, wo man sich trefflich streiten könnte.

Doch eins ist sicher: Was der Geist Gottes ispiriert hat, das kann auch nicht durch den Geist Gottes lebendig gemacht werden. Texte “wissenschaftlich”” zu bearbeiten ist nur die halbe Lösung. Muß doch das Wort Gottes “gegessen” (verinnerlicht) werden, um völlig erfaßt zu werden.

Dennoch bleibt genug “Licht”, um sich auch auf völlig “normale” Art der Bibel zu nähern. Es ist EIN Weg, um den Willen und Weg des lebendigen Gottes zu erkennen – für den, der diese Recherche wagt, ein Gewinn.