Die Macht der eigenen Worte

Andachten
Andachten Holger Reich

Und er rief das Volk wieder zu sich und sprach zu ihnen: Hört mir alle zu und begreift’s! 5-16 Es gibt nichts, was von außen in den Menschen hineingeht, das ihn unrein machen könnte; sondern was aus dem Menschen herauskommt, das ist’s, was den Menschen unrein macht.

Markus 7, 14-16


Sicherlich ist es eine Frage des Typs. Nicht jeder Mensch hat den Drang, sich auf eine Bühne oder Kanzel zu schwingen und Reden zu halten. Doch in uns allen steckt der unbändige Drang sich mitteilen zu wollen. Menschen sind von Natur aus kommunikative Wesen. Ist dies aber eine gute Eigenschaft? Ich sage: Ja, das ist sie. Es ist ein Stück Same des göttlichen in uns, der nach einem Gegenüber sucht und sich austauschen möchte. Hier schwingt die Ewigkeit in unseren Herzen mit.

Bitte sprecht dies nicht ausschließlich dem weiblichen Geschlecht zu. Habt ihr schon einmal Männer unter sich beobachtet? Sei es in der Gaststätte, im Bikertreff oder Sportplatz. Ja, auch wir Männer sind der Sprache mächtig und reden gerne und viel. Vielleicht etwas anders und über andere Themen. Doch ja, wir können sprechen.

Hat Gott selbst doch dieses Vermögen und dieses Verlangen in sich und somit in uns gelegt, denn “nach Seinem Bilde schuf er ich, als Mann und Frau” verrät uns schon die Schöpfungsgeschichte. Doch ist auch dieser Teil unseres Wesens nach dem Sündenfall immer wieder in der Gefahr, dem falschen Geist zu folgen. Heutzutage versuchen Menschen sich zu bessern, durch die richtige Ernährung. Und sicherlich ist dies auch nicht verwerflich. Doch wird die richtige Ernährung uns nicht reinigen oder verunreinigen. Die Seele besundeln kann, was aus unserem Munde geht.

Sei es nun üble Nachrede, Neid, Haß, Geiz, Verleumdung oder was sonst auch immer. Als Christenmenschen haben wir den Geist in uns, der viel lieber das Gute sprechen will. Die Bibel spricht von Segen, was übersetzt soviel wie “gutes Reden/aussprechen” bedeutet. Wie leicht geht uns ein Wort der Verachtung über die Lippen. Doch wie wohltuend ist es, wenn wir einen Segen aussprechen dürfen.

Versuche einmal, gezielt einigen Menschen an diesem Tage, etwas Gutes zu sagen; sie zu segnen. Damit meint Jesus nicht eine “Gott Segne dich Floskel”, sondern eine gute Rede, wie “Vielen Dank für die freundliche Beratung” oder “Ich habe deinen Besuch sehr genossen” oder irgend etwas anderes. Hast Du Deiner Frau heute schon gesagt, wie hübsch sie ist? Du wirst zu Anfang bemerken, wie schwierig es manchmal ist und vielleicht stößt du sogar auf Unverständnis. Menschen sind es nicht mehr gewohnt und vermuten darum einen Trick.

Doch wenn Du es ehrlich meinst und damit auch keinen Vorteil herausschlage willst, dann wirst Du bemerken, wie diese Worte Kraft haben. Die erhellen den Tag Deines Gesprächspartners – UND sie werden Deinen eigenen Tag verändert.

Gott will Dich segnen und Du sollst ein Segen sein. Und es ist ein universelles Gesetz, darum spricht Jesus hier zu allen Menschen und nicht nur zu seinen Jüngern.


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Markus 7